Heute morgen bin ich in Santiago angekommen, habe mit Rucksack die Kathedrale besichtigt, meinen Compostuela im Pilgerbuero abgeholt, die Messe mitgefeiert und stundenlang die Stadt besichtigt. Santiago ist traumhaft schoen, verwinkelte Gaesschen umringen die Kathedrale und verbinden die vielen wunderbaren Gebauede der Stadt- ich kann euch gar nicht genug vorschwaermen, die Altstadt ist wunderbar erhalten und sehr gepflegt (und streng bewacht- ich bin umzingelt von Polizeistationen!). Es gibt grosszuegige Parkanlagen, die sich an die Universitaet anschliessen und geradezu zum faulenzen einladen- und dass habe ich heute ausfuehrlich getan! Ueberhaupt ist die Stadt total vom studentischen Alltag gepraegt und die vielen Pilger gehen fast unter:)
Philip (der Hollaender) und ich teilen uns hier eine wunderschoene Wohnung ueber einem Gemuesehandler mit meinem eigenen Zimmer ( niemand der schnarcht!!!), Fernsehen, einer Kueche, Bad und einem (spanisch befuellten) Buecherregal. Hier laesst es sich aushalten!
Mittags hatte ich mich mit Waltraud zur Toertchenschlacht verabredet- in einem der feinen kleinen Cafes haben wir uns eine Unmenge kleiner Toertchen gekauft (inklusive Miniwindbeutel) und sind in den Park gewandert und haben sie genuesslich, jede Kalorie feiernd, verspeist… ganz ehrlich heute habe ich den Tag verbummelt. Nur das Flair der Stadt aufgesogen und das „Angekommen-Sein“ ausgekostet. Der Jakobsweg war teilweise sehr schwer fuer mich- schon allein wegen der Schmerzen in meinen Fuessen und der bestaendigen Sorge, ob ich ueberhaupt weitergehen kann, oder vielleicht doch noch abrechen muss. Kristina, Annika und ich mussten uns in Triacastela trennen und na ja, ihr wisst schon- leicht war das nicht fuer mich, denn alle anderen in meinem Alter sind eben volle Etappen gegangen und nicht nur halbe. Aber ich habe es aus meiner eigen Kraft geschafft und wirklich besondere Menschen kennengelernt- und treffe sie jetzt in der Stadt immer wieder. Das ist wirklich eine Art Befreiungsschlag nach gestern, war ich doch sehr enttaeuscht von der Etappe nach Monte de Gozo (ueber die hochgelobte Pilgerherberge schweige ich lieber… sie war g-r-a-u-e-n-h-a-f-t), die anfangs schoen durch Eukalypten fuehrte, aber dann parallel zur Strasse verlief und einfach stressig war.
Was soll ich jetzt noch mehr sagen ausser DANKE an alle, die mich ein Stueck des Weges begleitet haben- gottseidank, SANTIAGO ist erreicht!- es war die beste Entscheidung meines Lebens diesen Weg zu gehen.
Alles Liebe, Marie
Hey Marie, meine Heldin!
Klasse, endlich hast du es geschafft.
Ich freue mich unheimlich mit dir und bewundere dein Durchhaltevermögen (ich weiß ja selber, wie schwer es sich auf Blasen geht). Seid ihr drei denn jetzt schon wiedervereinigt? Und ja, NATÜRLICH komme ich euch auch abholen. Ich freue mich schon sehr auf euch und bin schon ganz gespannt auf eure Geschichten!